Beyond Tellerrand 2013

In der Welt des Webs gibt es jeden Tag so viele neue Sachen zu entdecken, dass man oftmals gar nicht weiß, wie man all diese Informationen verarbeiten soll. Dies liegt wohl auch daran, dass in unserer täglichen Arbeit die Welten Entwicklung, Design, Usability und die eigentlichen Inhalte direkt aufeinandertreffen. Genau um diese Themen sollte es auf der beyondtellerrand-Konferenz im Düsseldorfer Capitol gehen. Die Konferenz fand in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt, für mich war es der erste Besuch.

Das Hauptthema der Konferenz kann man wohl ganz gut mit einem Satz zusammenfassen "The Internet is for everyone". In diesem Zusammenhang wurde die Entwicklung der uns bekannten Kommunikationsmedien, angefangen beim Buchdruck bis hin zum Mobile Web, in den Vorträgen thematisiert. Zu den Speakern zählten zahlreiche internationale Persönlichkeiten, wie bspw. Jeremy Keith, Christian Heilmann (mozilla), Harry Roberts (inuit.css), Brad Frost, Meagan Fisher, Kate Kiefer Lee (mailchimp) oder Josh Brewer (twitter). Namen, die den meisten von uns sicherlich von smashingmagazine.com, 24ways.org und anderen Newsseiten aus dem Bereich Web bekannt sind.

Hier nun alle Vorträge im Detail zu beschreiben, würde den Umfang dieses Blogbeitrags sprengen, darum möchte ich nur eine Übersicht aller Vorträge inkl. Links zu Slideshare zeigen. Die Vorträge wurden alle aufgezeichnet und stehen in Kürze auf Vimeo zur Verfügung. Sobald die Videos verfügbar sind, werde ich die Liste erweitern.

  • Keynote (Jeremy Keith) - vimeo
  • Designing with Empathy (Aaron Gustafson) - slideshare | vimeo
  • Reinventing Online (Blaine Cook)
  • Find Your Voice (Kate Kiefer Lee)
  • Architecting Scalable CSS (Harry Roberts) - speakerdeck
  • How things change (Mandy Brown)
  • Your work is a Gift (James Victore) - vimeo
  • Fixing the mobile web (Chris Heilmann) - Blogbeitrag mit Slides und weiteren Infos | vimeo
  • Designing for today's web: working in a post-psd world (Meagan Fisher) - slideshare
  • Responsive Fonts (Erik van Blokland)
  • Atomic Design (Brad Frost) - slideshare | vimeo
  • Photoshop lies! And other sobering truths about Product Design (Josh Brewer) - vimeo
  • Dealing with the fall-out (Elliot Jay Stocks) - vimeo

Wie man aus den Titeln der Vorträge schon erkennen kann, ging es auf dieser Konferenz weniger um technische Aspekte, sondern mehr um das Überdenken der uns bekannter Prozesse. Themen wie Responsive Design, die Umsetzung der Designs direkt im Browser, die richtige Kundenansprache und das Arbeiten mit Echtdaten sollten dabei mehr und mehr an Wichtigkeit in unserer täglichen Arbeit gewinnen.

Initial bedeutet dies für die Designer, Programmierer und Projektverantwortlichen natürlich erst einmal Mehraufwände, da sich beispielweise ein Grafiker plötzlich noch mit HTML und CSS auseinandersetzen muss. Unsere Erfahrungen in Projekten, in denen wir ähnliche Ansätze verfolgen, haben uns aber gezeigt, dass sich so sehr viel effektiver und agiler arbeiten lässt. So lassen sich schon in frühen Projektphasen erdachte Seitenfunktionalitäten ausprobieren, überarbeiten und dann weiter optimieren. 

Bestimmte Design-Ideen mögen zwar in Photoshop funktionieren, stellen aber eher ein statisches Gerüst der späteren Seite dar. Hier bietet es sich an erste Prototypen direkt im Browser zu entwicklen und erst dann auf Photoshop zu setzen, wo HTML und CSS an ihre Grenzen stoßen. Auch sollte man sich bei der Umsetzung nicht auf bestimmte Endgeräte festlegen, Inhalte und Design von Webanwendungen Seiten sollten auf jedem Gerät möglichst optimal dargestellt werden und für Benutzer das beste Nutzungserlebnis liefern egal ob man nun über ein Tablet, ein Smartphone oder uns bisher nicht bekannten Geräten unterwegs ist.

Sehr interessant war auch das von Brad vorgestellte Tool patternlab (github), welches einen Baukasten für HTML-Elemente zur Verfügung stellt. Vergleichbar ist das Ganze mit dem styleguide-Modul von Drupal, das aber aber sehr viel rudimentärer aufgebaut ist. Außerdem bietet patternlab die Möglichkeit direkt zu testen, wie sich die Elemente in verschiedenen Browsergrößen verhalten. Hier betrachtet man die einzelnen Bestandteile einer Webseite wie kleine Legosteine, die in der richtigen Kombination die eigentliche Seite ausmachen. Diesen Vergleich kennen wir ja auch vom Frameworkansatz, den Drupal mitbringt.

Abschließend geht natürlich ein Dank an die großartige Organisation dieses Events, es hat wirklich Spaß gemacht dabei zu sein! Der Termin fürs nächste Jahr ist im Kalender schon vorgemerkt.