In 7 Schritten zur perfekten Symbiose zwischen Drupal & SEO

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Einige Suchmaschinenbetreiber führen uns schon länger an der Nase herum – stets mit dem Ziel noch bessere Suchergebnisse dem Suchenden liefern zu können. Durch diesen Missstand wird dem Webseitenbetreiber immer wieder eine neue Hürde gestellt. Sprichwörtlich ist der Webmaster ein Hamster im Suchmaschinenoptimierungs-Rad :)

Google ist mit einem Marktanteil von 94% absoluter Marktführer in Deutschland. Nicht verwunderlich, dass die Normen und Rahmenbedingungen immer wieder angepasst und überarbeitet werden. Schließlich ist der Suchmaschinen-Gigant stets bemüht die besten Suchergebnisse zu liefern. Über 200 Signale werden von den Crawlern der Suchmaschine vollautomatisch ausgewertet und in ein Ranking verpackt. Webseiten, die von Crawlern nicht genau bewertet werden können, werden automatisch an das Google Quality-Team weitergeleitet und manuell geprüft.

Die wichtigsten Bewertungskriterien sind schnell identifiziert, auch wenn die Google-Updates mit lustigen Tiernamen Linknetzwerke und blindes Keyword- und Link-Stuffing spürbar abgestraft haben, ist die Verlinkung eines der wichtigsten Bewertungskriterien. Doch wann wird ein Link geteilt und warum wird dieser geteilt? In der Regel werden Links geteilt, weil der Inhalt einfach überzeugt. Spannend und informativ weckt Interesse, automatische Aggregation überzeugt niemanden, plumpe Werbung schreckt die Besucher ab.

Für die Verwaltung unserer Inhalte setzen wir auf ein perfektes Werkzeug: Drupal. Inhalte verwalten, unabhängig von der Art, Form oder Konsistenz, kann Drupal dies mühelos bewältigen und das sogar mehr als nur gut. Eine digitale Online-Bibliothek ist im Handumdrehen aufgebaut und kann der Welt präsentiert werden.

Drupal bietet uns aber auch Tools, in der Drupal-Welt Module genannt, die es uns ermöglichen, die Inhalte für Suchmaschinen verständlicher zu klassifizieren. Diese werde ich im Verlauf des Blogbeitrags aufführen und dessen Einsatzzweck kurz umschreiben.

Doch fangen wir ganz von vorn an, noch vor Drupal und dessen mächtigen Helfern.

SCHRITT 1: Schlagwortanalyse ist keine hippe Erfindung

Am Projektanfang sollte sich jeder einige Gedanken über das eigentliche Ziel und die Auffindbarkeit in Suchmaschinen machen. Eine der elementarsten Fragen für jedes Webprojekt sollte lauten: „Unter welchen Suchbegriffen möchte man gefunden werden?“

Wichtig dabei sind die Title-Tags einzelner Seiten, die URL-Struktur (sprechende URLs), Meta-Description, Alt-Tags und die interne Verlinkung. Crawler sind heute in der Lage die wichtigsten Schlagwörter einer Seite zu erkennen, die Meta-Tag-Auszeichnung einer Webseite kann somit getrost ignoriert werden.

Am effektivsten lassen sich die „Keywords“ (Schlagworte) einer Seite mit dem Keyword Planner von Google analysieren. Mit diesem Tool kann die Suchfrequenz eines Schlagwortes nahezu exakt bestimmt werden, neben der Anzahl des monatlichen Suchvolumens kann nach globaler und lokaler Suche gefiltert werden. Außerdem können wir an dieser Stelle sehen, welche Werbekosten auf uns zukommen würden, sollten wir unsere Seite mit einem bestimmten Schlagwort bewerben wollen.

Sicherlich ist dies viel „langweilige“ Arbeit, jedoch ist diese Voranalyse und Planung unumgänglich für eine erfolgreiche Webseite.

SCHRITT 2: Google Analytics & Google Webmaster Tools

Zwei Dienste sind unabdingbar wenn es um die Kontrolle und Überwachung der eigenen Optimierungserfolge geht: Google Analytics und Webmaster Tools. Alternativ kann Piwik als Trackingtool genutzt werden, das auf einem eigenen Server gehostet und konfiguriert werden kann. Die Vorteile von Piwik sind einfach erklärt: es ist Open Source wie Drupal, läuft auf dem eigenen Server und es müssen keine Zugriffsdaten an Dritte übermittelt werden.

SCHRITT 3: Drupal-Module, ohne die SEO nicht funktioniert

Die Drupal-Community bietet eine Reihe von Modulen aus dem SEO-Bereich. Ein Rankingsignal von Suchmaschinen ist unter anderem auch die Geschwindigkeit der Webseite. Sollten nun sehr viele Module installiert sein, kann die Seitengeschwindigkeit darunter leiden. Generell würde ich empfehlen, nur die Module auszuwählen, die auch tatsächlich eingesetzt und verwendet werden. Weniger ist hierbei oft mehr.

Anbei eine kleine Empfehlung für SEO-Module, die eine Schlüsselrolle beim erfolgreichen SEO-Befeuern der eigenen Seite spielen.

  • ALinks: Erstellt automatische Links, nachdem der Anwender Text oder Links definiert hat.
  • Content Optimizer: Ermittelt, ob die Drupal-SEO-Best-Practices beachtet wurden und bietet zudem einige Analysen an.
  • Custom Breadcrumbs: Erlaubt das Erstellen individueller Breadcrumbs für beliebige Nodes/Beiträge.
  • Google Analytics oder alternativ Piwik: Analyse und Auswertung von Besucherzugriffen.
  • HTML Purifier: Wenn der Inhalt der Seite von Anwendern generiert wird, ist dieses Modul sehr hilfreich zum Beheben von HTML-Problemen.
  • Link Checker: Bei sehr umfangreichen Seiten ist es unumgänglich, defekte Links rechtzeitig zu identifizieren. Dieses Modul hilft dabei.
  • Metatag: Mit diesem Modul werden die bekannten Meta-Angaben aktiviert, von der Meta-Description bis hin zur Views-Kennzeichnung wird hier die gesamte Palette abgedeckt.
  • Honeypot oder alternativ Mollom: Schlicht und einfach, Schutz vor Spam in Kommentaren oder Kontaktformularen.
  • Page Title: Mit diesem Modul ist es möglich, jeder einzelnen Seite einen individuellen Titel zu vergeben.
  • Pathauto: Dieses absolute Pflichtmodul erstellt aus den Seitentiteln einer Webseite sprechende URLs, die zudem auf Wunsch manuell angepasst werden können.
  • Read More Link: Jeder kennt diesen Link, „zeige mehr“ oder „...mehr“. Mit diesem Modul können solche Links nicht nur besser platziert, sondern auch individuelle und SEO-freundlichere Links eingefügt werden.
  • Redirect: Erstellt automatisch Umleitungen von alten URL-Aliasen.
  • SEO Checklist: Dieses Modul hilft Administratoren, zu prüfen, ob das Projekt den „perfekten“ SEO-Richtlinien entspricht. Es können Checklisten als Task angelegt werden, um das Ziel der SEO-Arbeit Schritt für Schritt zu erreichen.
  • SEO Compliance Checker: Festlegen und Analysieren der Textlänge von wichtigen Auszeichnungs-Tags, wie z. B. des Title-Tags, Alt-Tags, etc. Es wird automatisch geprüft, ob die Eingabe der Voreinstellung entspricht und bescheinigt dies mit einer Statusmeldung und/oder Empfehlung.
  • Scheduler: Sehr praktisches Modul für die automatische Veröffentlichung von Einzelseiten an einem bestimmten Datum. Auch die Rücknahme der Veröffentlichungen kann eingestellt werden.
  • Site Map: Dieses Modul darf natürlich nicht fehlen, denn die automatische Erzeugung von Sitemaps in Plain Text erleichtert Suchmaschinen das Verstehen der Seitenstruktur.
  • Site Verification: Erleichtert das Verwalten unterschiedlicher Accounts bei Suchmaschinen für die Eigentums-Authentifizierung, z. B. für die Google Webmaster Tools.
  • Taxonomy Title: Wie der Name es schon vermuten lässt, können Seitentitel als Anhang des Taxonomy-Titels ausgegeben werden.
  • XML Sitemap: Erzeugt automatisch und fortlaufend eine XML-Sitemap, die dann in die Webmaster Tools diverser Suchmaschinen übergeben werden kann.

SCHRITT 4: Backlinks, Backlinks, Backlinks und nochmal BACKLINKS

Diverse Blogs und auch das Google Quality-Team bestätigen, dass eine große Anzahl an Linknetzwerken abgestraft wurden. Dafür zuständig sind unter anderem die Updates Penguin und Panda. Backlinks gehören jedoch immer noch zu den stärksten Rankingfaktoren – Google streitet dies nicht ab und bemüht sich um die bessere Erkennung von besonders wertvollen Seiten.

Die Qualität und Anzahl der Links auf die eigene Webseite kann mit dem ahrefs-Tool geprüft werden. Dieses Tool ist inzwischen sehr ausgereift, nicht gerade teuer, bietet eine sehr große Datenbasis an und erzeugt sehr verständliche Grafiken über die Entwicklung der eigenen Webseite.

SCHRITT 5: Beobachte deine Mitbewerber

Die Mitbewerber bieten uns die beste Grundlage einer Analyse. Besonders die Plätze 2-5 sind sehr spannend. Auf Platz 1 ist meist ein „Platzhirsch“ zu finden, bei dem es schwierig wird die Top-Position streitig zu machen – es sei denn, es handelt sich um eine Nischenwebseite, die ein besonderes/seltenes Thema behandelt. In diesem Fall ist es durchaus möglich durch eine penible Analyse, die Top-Positionierung problemlos zu erreichen.

An dieser Stelle gilt es, die Mitbewerber zu analysieren, von ihnen zu lernen und das eigene Projekt besser auszurichten. Dieser Schritt nimmt durchaus viel Zeit in Anspruch, sollte jedoch nicht ausgelassen werden.

SCHRITT 6: Die Webseite lebt von Updates

Eine Webseite ist nicht selten ein interaktives Medium und lebt in den meisten Fällen von aktuellen Inhalten. Den Besuchern immer wieder neue und spannende Themen anzubieten, ist durchaus schwierig – besonders wenn das Ziel der Webseite der Aufbau einer Community ist.

Aktuelle Inhalte sind jedoch nicht nur wichtig, um den eigenen oder neuen Besuchern etwas zu bieten, auch Google erkennt die Frequentierung und die Aktualisierung der Inhalte. Wird die Seite oft mit neuen Inhalten „gefüttert“, wird sich auch der Crawler dafür interessieren und die Seite besser bewerten. Hierbei gilt es natürlich die Inhalte in einzigartiger Form anzubieten und nicht einfach von Mitbewerbern zu kopieren. Kopierte Inhalte haben sowohl für Google als auch für die Besucher absolut keinen Mehrwert.

SCHRITT 7: Der ultimative Tipp

Jetzt habe ich euch etwas in die Irre geführt, fast schon wie die Suchmaschinen selbst. Dieser Tipp ist an sich kein Tipp, es ist lediglich eine dringende Empfehlung, die Schritte 1 - 6 immer wieder zu wiederholen. Dies kostet vielleicht Zeit, aber je höher die Frequenz der kontinuierlichen Überprüfung ist, desto höher ist auch das positive Ergebnis des eigenen Webprojektes.

Ohne Fleiß kein Preis – dies gilt nicht nur bei SEO, Drupal oder dem Betrieb der eigenen Webseite. Immer dran bleiben, Neues lernen und keine Scheu vor neuen Herausforderungen haben!